keko hat geschrieben:
Nichtsdestotrotz wird uns bald die Realität einholen und die Diskussion um "Softskills" wie Moral, Meinung und Humanismus usw. bald von selbst in den Hintergrund fallen. Denn die Probleme Wohnungsmangel, Integration in den Arbeitsamarkt, Finanzierung sowie die Tatsache, dass hauptsächlich Muslime mit teilweise völlig anderen und abenteuerlichen Wertvorstellungen einwandern, löst man damit nicht.
Da bin ich gegenteiliger Meinung. Solange die deutsche Bevölkerung sich nicht über die Motive klar ist, warum wir Menschen in Not helfen sollen, wird es schwer werden, die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Hilfe zu finden. Deshalb schadet es nicht, zunächst die Frage nach den Werten zu stellen, die unsere Handlungen über Jahre hinweg leiten sollen.
keko hat geschrieben:
Erst heute habe ich gelesen, dass täglich mindestens 1000 einwandern und die Zahl derer, die das wollen und sich auf den Weg machen, sogar noch ansteigt. Die wirklichen Probleme kommen erst noch. Vermutlich auch die eine oder andere unschöne Entscheidung seitens der Politik, z.B. Sicherung der EU-Aussengrenzen.
Im kommenden Winter werden wahrscheinlich weniger Menschen zu uns kommen. Die eigentliche Welle folgt dann im Sommer. Von Libyen nach Lampedusa sind es 300 Kilometer Luftlinie, das entspricht der Autofahrt von Berlin nach Hannover. Weniger als 100 Kilometer sind es vom EU-Staat Zypern bis zur syrischen Küstenstadt Latakia.
Die Menschen kommen nicht nach Deutschland, weil sie sich hier relativen Wohlstand durch die Zuwendungen unseres Sozialsystems erwarten. Deutschland hat einen guten Ruf, doch die wichtigeren Gründe für die Flucht ausgerechnet nach Deutschland liegen woanders. Der werte Leser dieser Zeilen stelle sich für einen Moment vor, er sei mitsamt seiner Familie auf der Flucht vor den Taliban, stamme also aus Afghanistan. Italien wäre dann ein gutes Ziel, denn Italien hat für Flüchtlinge aus Afghanistan eine Anerkennungsquote von 94%. Doch die Unterbringung ist dort oft sehr schlecht. Wer Kinder hat, sollte vielleicht nach Schweden gehen. Dort sind die Verhältnisse geordneter, doch die Anerkennungsquote beträgt nur 60%. In Griechenland hingegen beträgt die Anerkennungsquote für Menschen Deines Landes nur 7%; außerdem wirst Du dort als Asylant auf der Straße leben müssen.
Die uneinheitlichen Anerkennungsquoten innerhalb der EU führen zu ungleichen Verteilungen. Außerdem ist die Unterbringung in manchen EU-Staaten dermaßen katastrophal, dass z.B. Deutschland keine Flüchtlinge dorthin überstellt. Das sind politische und damit lösbare Probleme. Oft werden diese einfachen Tatsachen jedoch in einem ausländerfeindlichen, teils rassistischen Sinne gegen die flüchtenden Menschen instrumentalisiert: Ihre Präferenz bestimmter Länder sei Beweis dafür, dass sie vorrangig wirtschaftliche Interessen hätten. So einfach ist das aber nicht.
Grüße,
Arne