Taunusschnecke hat geschrieben:
Na das hört sich doch alles richtig gut an...

Danke

, aber es ist mir klar, dass dies leider ein trügerisches Gefühl sein kann. Ich habe mir gestern während dem Laufen ein zugegeben drastisches Beispiel überlegt, wie ich es anderen erklären kann: Bei MS tickt im Inneren eine Zeitbombe: wie lange die Lunte ist, unklar; wieviel Sprengstoff sie enthält, unklar; welche Schäden bei der Explosion entsehen, unklar; dauerhafte Löschung nach heutigen Methoden nicht bekannt; wie man Hinauszögern kann, im Einzelfall unklar.
Es gibt gute Methoden wie Vermeiden von Stress, Infekten und Archidonsäure. Voraussichtlich nützen Sport

, Vitamin D, eventuell Linolensäure und Entschleunigung mit einer positiven Einstellung

. Medikamente sind für mich das strittige Thema. Rein statistisch nützen sie bei 14 von 100, indem sie die Sprengkraft mitunter mindern oder hinauszögern. In anderen schaden sie durch Verschlechterung der Lebensqualität oder Nebenwirkungen (auch auf die Selbstheilungskräfte

)ohne, dass sie etwas bringen. Sie sind trotzdem für die meisten Ärzte das Nonplusultra.
Um meinen Weg zu finden, muss ich mich in MS-Foren informieren, dies zieht einem aber jedes Mal tief runter

, weil sich hier meist die nicht so gut verlaufenden Fälle melden. Letztlich gibt es alles: Fälle, die es bereuten, nicht früher behandelt zu haben, noch mehr Fälle, die es bereuen, behandelt zu haben, sehr viele berichten von Nebenwirkungen. Ärzte, die auf eine Behandlung verzichten, gibt es zumindest im Internet dagegen kaum

.
Fazit: Ich bin zwar stur(charakterstark gefällt mir besser

) und sehe weiterhin kein für mich wirklich überzeugendes Argument zu behandeln, werde aber ab August bei einer Verschlechterung des MRT oder vorher bei einem neuen Schub doch behandeln. Bevorzugte Reihenfolge: 1. Fumarsäure(wenn bis dahin zugelassen), 2. Copaxone(täglich zu spritzen

, hat aber die wohl geringsten Nebenwirkungen), 3. Avonex(einmal wöchentlich, aber etwas unangenehmere Nebenwirkungen.
Lustigerweise liefert ausgerechnet der bislang stärkste Befürworter einer sofortigen Behandlung für mich ein Argument, es noch nicht zu tun.

Er meinte, dass man eine erfolgreiche Behandlung nicht wechseln soll, nur weil eine neue statistisch 20% mehr Erfolg verspricht. Zumindest von den Auswirkungen oberhalb des Eisbergs kann ich mich über den Erfolg meiner bisherigen Methode (Sport und Entschleunigung)überhaupt nicht beklagen

. Spätestens Ende Juli sehen wir weiter.
