Liebe Anja,
Anja hat geschrieben:
Das heißt, wir sollen uns künftig (wie früher) wieder vom Arbeitsplatz diktieren lassen, wo wir wohnen müssen?
nein, darum ging es mir nicht. Anhand von zwei Beispielen (Arbeit, Einkaufen) wollte ich zeigen, dass wir alle meiner Meinung nach unseren
Anteil an der Entwicklung zur autoabhängigen Gesellschaft hatten. Und ich schreibe bewusst Anteil, weil drullse mit
drullse hat geschrieben:
Huhn und Ei: was war zu erst da? Schlechter ÖPNV oder die Bequemlichkeit, doch mit dem eigenen Auto zu fahren? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.
recht hat.
Mir ist auch klar, dass man diese Strukturen nicht wieder zurück bauen kann. Mal etwas übertrieb: Niemand wird 90% der Frankfurter City abreissen, damit auf den frei werdenden Flächen, die Menschen wohnen können, die in den paar verbliebenen Bürohochhäusern arbeiten.
Anja hat geschrieben:
und freuen uns, daß wir für einen Bruchteil an Quadratmeter Wohnung ein Vielfaches an Miete zahlen dürfen?
Niemand bestreitet, dass das Wohnen auf dem Land wesentlich günstiger ist. Viele Leute lassen dabei aber die Fahrtkosten, die weit höher sind als die Treibstoffkosten, völlig außer acht. Ich habe mal kurz etwas recherchiert: Wenn ich meinen Privatwagen für eine Dienstfahrt nutze, bekomme ich 30ct/km erstattet. Da ich mir aber nicht vorstellen kann, dass das die echten Kosten sind, schätze ich das mal auf 40ct/km. Dieser Wert deckt sich ganz gut mit dieser
etwas fundierteren Rechnung.
Dann kostet Dich Dein täglicher Arbeitsweg also
40 EUR / Tag
200 EUR / Woche
800 EUR / Monat
...
Anja hat geschrieben:
Aber solange es irgendwie geht, werde ich in meinem Haus wohnen wollen und abends heimkommen und keine Klienten am Wochenende beim Einkauf treffen und genießen, daß ich einen Garten ums Haus habe und Ruhe und Frieden - und am Arbeitsort alles andere haben.
Das ist Dein gutes Recht, zu entscheiden, wie Du Dein Leben führen willst! Auch wenn ich mich anders entscheiden würde - für mich wäre es eine grausige Vorstellung pro Woche insgesamt einen Arbeitstag im Auto zu verbringen - kann ich Deine Gründe verstehen.
Dann bist Du aber nicht vom Auto abhängig, weil Du auf dem Land lebst, sondern es ist das Ergebnis Deiner Entscheidung.
Viele Grüße,
Christian