Hai hat geschrieben:
maultäschle hat geschrieben:
....ist jedes Kind individuell. Das eine braucht eine sehr lange und enge BIndung an die Mutter, das nächste ist freiheitsliebender...
Ein 12 -17 Monate altes Kind ist freiheitsliebender....
Sorry, aber das nenne ich nun wirklich etwas "schön reden"...
Lieblingshai

Wo hattest Du denn bisher die Goldwaage zum Worte wiegen versteckt
Hai hat geschrieben:
Diver hat geschrieben:
Auch wenn ich keine Kinder habe, gebe ich mal meinen Senf dazu.
Ich sehe die Verantwortung nicht ausschließlich beim Staat. Die Unternehmen benötigen doch die gut ausgebildeten Mitarbeiter. Da stecken sie ein Vermögen in die Ausbildung und wenn die Frauen dann ein Kind haben passen sie nicht mehr in den typischen 9 - 5 Job und man bildet lieber weitere MitarbeiterInnen aus, um die dann widerum in Elternzeit zu "verlieren". Hier sollte genauso angesetzt werden. Die Arbeitszeiten müssen flexibler gestaltet werden, sehr viele Dinge können genauso gut vom Home Office aus erledigt werden, ggf. dann abends, wenn das Kind (hoffentlich) schläft. Dann könnten Mann und Frau ggf. zeitweise eine Teilzeitstelle antreten und sich die Erziehung teilen. Das benötigt natürlich eine straffe Organisation und Abstimmung und vor allem die Unterstützung der Arbeitgeber...

Jetzt sind wir ja doch einer Meinung.
Diver hat recht: wenn die Arbeitszeiten flexibler gestaltet würden, könnten sich auch beide Partner gleichberechtigter an der Kindererziehung beteiligen. Das würde vieles erleichtern und auch die Kindererziehung flexibler machen.
Aber darum geht es ja: von dieser Gleichberechtigung sind wir noch meilenweit entfernt. Momentan, da hat Trunkenbold schon recht, gehen nach der Geburt des Kindes meist die Väter wieder Vollzeit in den Beruf zurück und starten Karrieretechnisch durch, während die Frauen nach einigen Jahren mit ein paar Teilzeitstunden wieder einsteigen und das "Taschengeld" dazuverdienen. Aber was spricht dagegen, dass nach der Zeit xxx nach der Geburt beide Partner 70% arbeiten. Bin mal gespannt, ob die Firmen sich da in den nächsten Jahren ändern.
triaking hat geschrieben:
Immer wieder ein interessantes Thema, das hier im Forum schon zum x-ten Male diskutiert wird!
triaking hat geschrieben:
Es wird immer unterschiedliche Meinungen und Vorgehensweisen geben und jeder wird seine für richtig halten, bzw. verteidigen. Weil............. eben jeder andere Voraussetzungen und auch Ansprüche an sein Leben hat. Der eine kommt mit sehr wenig zurecht und kümmert sich lieber um seine "Brut" und andere wollen eben nicht auf alles verzichten und dafür müssen ggf. beide Ehepartner dafür aufkommen.
Da mag ich doch noch mal einhaken, weil das auch letztes Mal ein Diskussionspunkt war.
Ich sprech jetzt mal für mich:
Wer mich kennt, weiß, dass ich die Letzte bin, die ein Vermögen für Luxus und Firlefanz ausgibt. Gerade wenn ich mal so unter uns Triathleten rumgucke

Ich bin Schwabe und halte mein Geld zusammen und ich kann und werde gerne für das Kindes auf vieles verzichten und mich einschränken.
Ich persönlich plane momentan nach ca. 1,5 Jahren wieder in den Beruf einzusteigen.
Wieso? Auch (aber nicht nur) aus monetären Gründen.
# Jobs sind heute nicht mehr sicher. Die Erfahrung haben doch auch schon genügend EMUs gemacht
Ich kann also doch nicht komplett auf die Karte "Mann = alleiniger Ernährer der Familie" setzen.
# Ehen/Beziehungen waren noch nie so unsicher wie heute. Auch dazu erzähl ich doch genügend EMUs nichts Neues.
Also kann ich mich doch nicht komplett darauf verlassen: Mein Mann wird mir auf immer und ewig in Liebe verfallen sein und mir bis an mein Lebensende mein Leben finanzieren.
# Wenn man sich eine Immobilie anschafft, dann muss ich doch gucken, dass ich die laufenden Kosten bezahlt bekomme. Auch da sind EMUs doch nicht so weltfremd, dass sie nicht auch ab und zu schon mal ne schlaflose Nacht hatten, weil sie nicht wußten, wie sie die nächsten Raten abbezahlen können

Das Risiko möchte ich gern minimieren
Dazu kommen noch Bauch-Geld-Gründe.
# Ich habe doch nicht studiert (und den Staat bei meinem Studium richtig viel Geld gekostet) um nachher auf 400 Euro-Basis zu arbeiten. Natürlich würde ich das auch tun, aber eigentlich habe ich andere Qualifikationen und würde gern auch weiterhin gefördert und geistig gefordert werden. Ich muss keine Karriereleiter bis ans oberste Ende geklettert sein - dazu fehlt mir auch der Ehrgeiz, aber wenn ich 3 Jahre zuhause bleibe bin ich in meiner Branche raus. Das ist einfach Fakt. Vielleicht entscheide ich mich wenn es soweit ist auch für Teilzeit in der Apotheke, aber ich will zumindest die Chance haben trotz Kind auf einer meiner Ausbildung adäquaten Position zu arbeiten.
# ich kann und will von meinem Partner nicht vollständig abhängig sein. Und ich mag ihn auch nicht dem 100%igen Druck aussetzen der Alleinverdiener der Familie zu sein. Demletzt gelesen, dass Väter nach der Geburt ihrer Kinder deutlich mehr arbeiten als vorher, da sie alleine die Familie ernähren müssen und deshalb dann logischerweise viel weniger zuhause sind. Ich will dass mein Kind seinen Vater öfter sieht, als nur abends die 5 Minuten vor dem Ins Bett gehen. Als Vater hätte man sich dafür nämlich auch keine Kinder "anschaffen" brauchen!
# Ich möchte meinem Kind etwas ermöglichen. Sei es ein Studium, sei es ein Auslandsaufenthalt, sei es eine Starthilfe in sein späteres Leben und dafür würde ich gern ein wenig Geld zur Seite legen können.
Ein Kind kommt doch nicht wie ein Unglück über mich, an dessen Ende ich einfach damit leben muss von meinem Partner abhängig zu sein, sich keine Eigentumswohnung oder ein Häuschen leisten zu können und kaum Rentenansprüche zu haben.
So viel zum monetären
triaking hat geschrieben:
Aber was ist nur falsch? Was ist richtig? Was war früher, was ist heute? Kein Ahnung! Und nicht jedes Kind ist gleich!
Sach ich doch
Und ich glaub auch daran, dass beide Partner in Liebe gleichberechtigt sich das Kindergroßziehen teilen können.
Vielleicht werd ich ja auch noch eines anderen belehrt. Aber in den nordischen Ländern klappt es doch auch, dass auch die Väter ihre Arbeitszeit zugunsten der Familie reduzieren.
Oder bei meiner Kollegin: sie arbeitet 80%, d.h. fängt morgens um 6 Uhr an (Papa bringt gegen 8 Uhr das Kind in den Kindergarten) ist gegen 12:30 Uhr fertig, holt das Kind aus dem Kindergarten und hat den ganzen Nachmittag Zeit sich ausschließlich um das Kind zu kümmern. Kind ist glücklich, Mutter ist glücklich, Vater ist glücklich. Kann also funktionieren...
Mich würd ja auch interessieren was z.B. PeterMUC zu der ganzen Sache sagt

Er hat ja auch 6 (?) Monate Elternzeit genommen und es klang in seinem damaligen Blog nicht so, als ob er, die Mutter oder die Kinder kreuzunglücklich über die Kombi arbeitende Mutter + betreuender Vater waren.
Wer weiß wie ich in 1,5 Jahren über das Ganze denke.
Kann auch sein, dass ich bis dahin feststelle, dass ich nichts lieber tun möchte als mein KInd zu betreuen und null Bock auf Rückkehr in die Arbeitswelt habe. Kann sein, dass mein Kind behindert ist oder Förderung braucht oder einfach noch nicht bereit ist, in eine Kita zu gehen. Dann werd ich eben neu nachdenken, den Job kündigen und bei meinem Kind bleiben und auch das mit Freude tun.
So, und nun kommt bestimmt gleich auch noch keko um die Ecke und sagt uns, dass man das alles eh viel lockerer sehen muss und sowieso nix planen kann

und recht hat er. Man jongliert mit Optionen und versucht das Bestmögliche für die ganze Familie daraus zu machen. Ob es nachher richtig ist, wer weiß das schon
